ORIENTIERUNG

Karte, Kompass und Co.

Hier findest du ein paar interessante Tipps und viel Wissenswertes zu Karte, Kompass und GPS für deine Tour

Das GPS-Gerät wird heute wieder zunehmend als Back Up betrachtet, da es als strombetriebenes Gerät auf Nachladen angewiesen ist. Karte und Kompass hingegen sind davon unabhängig. Für die meisten GPS-Geräte gilt, dass grundlegende Kartenkenntnisse als Bedienungsvoraussetzung sein müssen. Daher geben wir dir hier einen einfachen kurzen Einstieg in dieses faszinierende Thema.

Karten für deine Tour

Für die Touren im Odenwald reichen dir die Wanderkarten im Maßstab 1:20.000 meistens vollkommen aus, wenn du sie gut lesen kannst… es mach spaß sich selbst zurechtzufinden! Zumal die Wege im Allgemeinen markiert und/oder ausgeschildert sind. Hier kannst du die detailreichen Wanderkarten des Naturparks bestellen. Auch vor Ort im Naturparkzentrum, in Eberbach oder in örtlichen Buchhandlungen sind die Wanderkarten erhältlich.

Unter Tourenvorschläge findest du einige Tourentipps von uns, die wir in Outdooractive eingetragen haben. Hier kannst du dir einige Touren als GPX-Datei downloaden. Selbstverständlich kannst du am besten mit Hilfe der Wanderkarte individuelle Touren planen.

Allgemeine Tipps zur Orientierung im Odenwald

Der Odenwald als seit Jahrtausenden genutzter Wald und seit den Römern auch zunehmend landwirtschaftlich bedeutsame Region bietet dir heute eine Vielzahl an markierten Wanderwegen, die für dich, auch als Trekkingeinsteiger, leicht zu finden sind. Forstwege, Feldwege und hier und da auch Pfade durchziehen den Odenwald und verbinden Dörfer und Gehöfte untereinander.

Wege, touristische Ziele und wichtige Infrastruktureinrichtungen sind in der 1:20.000er Wanderkarte verzeichnet. Das Wanderwegenetz setzt sich aus Rund- und Streckenwanderwegen zusammen. Jeder Wanderweg hat ein eigenes Zeichen, das sowohl in der Wanderkarte als auch als Markierung vor Ort, an Bäumen etc. verwendet wird.

Rundwanderwege werden im Odenwald mit gelben oder weißen Zahlen markiert. Jeder Streckenwanderweg ist mit einem eigenen Symbol gekennzeichnet.

Um die Trekking-Camps miteinander zu verbinden, kannst du unterschiedliche Wanderwege miteinander kombinieren.  Die durchgängig markierten Wanderwege (Markierungen an Bäumen, Pfosten etc.) erleichtert die Orientierung vor Ort.

In einem Großteil der Naturpark-Gemeinden wurden als Ergänzung zur Wegemarkierung in den letzten Jahren Wegweiser aufgestellt, welche die Orientierung zusätzlich erleichtern. Ergänzend gibt es an vielen Kreuzungen, alten Hütten und Brunnen auch in den typischen roten Sandstein gemeißelte, historische Zeichen und Richtungsangaben, die hilfreich sind.

An Wanderparkplätzen sind häufig Wanderorientierungstafeln aufgestellt, welche die Wanderwege in der nächsten Umgebung aufzeigen, hieran kannst du dich leicht orientieren.

Zusätzlich kann man sich in der Landschaft, beispielsweise an Waldrändern, durch Vergleich des Gelände- und Kartenbilds sehr leicht orientieren. Hilfreich zur Orientierung sind auch die kleinen Landstraßen in den weiten Feldern und Wäldern sowie die Übergänge wischen Wäldern und Feldern, welche sich als Linie im Gelände oft sehr gut abzeichnen und in der Karte gut wiederzufinden sind.

Da die Dörfer meist ein gutes Stück auseinanderliegen, ist es für dich auch meist recht einfach, das passende Dorf im Gelände auch in der Karte identifizieren.

Falls du dich doch mal verläufst, geh entweder ins nächste Dorf in deiner Sichtweite oder kehre einfach um zu dem letzten bekannten Punkt, den du passiert hast.

 

Allgemeine Tipps zur Wegewahl

Allgemeine Tipps zur Wegewahl

Sicherheit

Bitte führe deinen Weg so, dass du Gefahren des Waldes ausweichst und dir die Orientierung leicht machst:

  • Plane deinen Weg schon im Vorfeld von zu Hause oder am Abend am Camp und gleiche ihn auch mit der Wetterentwicklung ab, wenn du kannst. So kannst du ggf. auch morgens noch einmal umplanen.
  • Immer wieder mal nach oben sehen und Bäume mit schwachen Ästen oder viel Fallholz weiträumig ausweichen.
  • Schräg an anderen Bäumen angelehnten oder beim Sturm unsicher gewordenen Bäumen weiche auch weit aus. Sie heißen nicht umsonst “Witwenmacher“.
  • Immer wieder kommst du auch mal an schmalen Wegen an Kanten oder an kleine Abbrüche – bitte gehe vorsichtig und mit Abstand und stets mit Blick ins Gelände.
  • An abschüssigen Stellen oder verschlammten Stellen nach dem Regen lohnt es sich, kurz ein zweites Mal hinzusehen.
  • Schau unterwegs immer wieder mal, wo du eine stabile Handyverbindung hast und merke dir die Uhrzeiten, wann du z.B. Hütten etc. passiert hast. Im Falle eines Unfalles kannst du so sehr schnell und für die Helfer leichter alarmieren.
  • Bitte präge dir bei der Routenplanung auch die offiziellen, in der Karte verzeichneten und im Gelände markierten Rettungspunkte ein.

Trekking und Naturschutz

Für ein gelungenes Miteinander unterwegs sind wir alle mitverantwortlich.

Naturschutzgebiete

Auf den Karten sind alle Naturschutzgebiete eingezeichnet – bitte bleibe wegetreu und durchquere auch keine wissenschaftlichen Versuchsgelände oder eingezäunte Areale. Oft sind es Naturschutzgebiete oder verbotene Zonen. Bitte respektiere das und sorge so für die Akzeptanz des Trekkens bei allen anderen Nutzergruppen des Waldes.

Wege
Bitte nutze die bestehenden Wege und kreuze nicht unnötig zwischen den Pfaden. Die Tiere im Wald suchen meist die stillen Räume zwischen bestehenden Wegen um sich zu verstecken. Gleiches gilt für dichtes Unterholz, Gesträuche und Senken mit hohem Gras/Büschen. Tiere brauchen Schutz und Ruhe, wir wandern, dort wo sie leben.

Klein(st)gewässer
An und in Klein(st)gewässern und Bächen, leben oft seltene Tiere an den Übergangszonen von Land und Wasser. Auch Biber und seltene Vögel sind dort anzutreffen, sie haben dort sehr oft ihre Gelege, Bauten oder Pfade. Auch Fische und seltene Reptilien sind oft in Ufernähe – sie lachen dort und suchen die Wärme der Sonne oder Schutz im Schatten der Uferpflanzen. Bitte störe sie nicht.

Trekking und Nachbarschaftspflege

Deinem Odenwaldabenteuer steht nichts im Wege- nur bitte plane deine Wege auch mit diesem Blick auf „Naturschutz auf Tour und die wichtige Nachbarschaftspflege“ mit Rücksicht. Die Einheimischen werden es dir ebenso danken, wie die Natur selber.

Forstwirtschaftliche und jagdliche Sperrungen

Da wo Flatterband und /oder Schilder mit Fällungswarnhinweisen oder Markierungen für eine Treibjagd angebracht sind, ist es nicht nur gefährlich, sondern schlicht verborten, weiter zu gehen. Für Jäger und Forstarbeiter ist es wichtig zu wissen, dass Trekker sich daran halten.

Landwirtschaftliche Anlagen

Kuhweiden, Schafwiesen, Pferdekoppeln, bestellte Felder und Wiesen für die Heugewinnung, Bauerngärten und Tannenbaumkulturen säumen die Wege und sind immer jemandes Eigentum. Wie auch die meistens uneingezäunt stehenden Obstbäume auf Wiesen und oft nahe bei den Dörfern, die zwar einladend wirken, aber doch jemandem gehören, der sich auf seine Apfel- oder Birnenernte freut. Meistens ist es kein Problem den Bauern zu fragen, ob du dir im Herbst 1 oder 2 Äpfel einstecken oder etwas Fallobst sammeln darfst, solang du dich nicht frei bedienst.

Topografische Landkarten

Topographische Landkarten sind neben Kompass und GPS die wichtigen Orientierungsmittel für jede Art Outdoortätigkeit. Für jeden Zweck gibt es Karten – für Trekkingtouren haben sich im einfachen Gelände Karten im Maßstab 1:25.000 oder 50.000 bewährt. Es sind meist Themenkarten, d.h. auf Basis der offiziellen Karte des Landesvermessungsamtes mit den für die Aktivitäten oder den gedachten Zweck wichtigen Symbolen versehene Karten. Zunehmend werden aber Karten wie Im alpinen Bereich mit 1:25.000er Maßstab genutzt. Für den Odenwald gibt es vom Naturpark ein eigenes Set 1:20.000er Karten. Karten geben dir je nach Maßstab genauer oder weniger genau Auskunft über Wege, Gefahrenpunkte, Geländestrukturen usw. Autokarten, Atlanten, Touristendrucke oder Flugkarten im Outdoorbereich sind untauglich, da sie dir keine Details vor Ort zeigen. Grundsätzlich hat jede Karte leichte Verzerrungen in der Darstellung der Erdoberfläche. Topographische Karten sind stets winkeltreu in der Abbildung der Erde, typische Autokarten hingegen sind längentreu. Durch die Winkeltreue können topographische Karten bestens für die Kompassarbeit genutzt werden.

Jede topographische Karte gibt einen Geländeausschnitt wieder. Dabei ist sie immer:

  • maßstäblich verkleinert
  • vereinfacht
  • erläutert
  • eine 2-D-Darstellung einer unregelmäßigen 3-D- Gestalt

 

Im MAßSTAB 1:50.000 zeigen sie ausreichend das Bild des natürlichen Geländes:1 cm in der Natur entspricht auf der Karte 50.000 cm (d.h. 500 m im Gelände). Ein Karte im Maßstab 1:100.000 zeigt mit 1 cm Kartenbild eine Geländestrecke von 100.000 cm (also 1000 m), auf einer 1:25.000er Karte sind 1 cm gleich 250 m. Die meisten wichtigen Informationen finden sich in der LEGENDE. Sie gibt dir die Erläuterungen, die notwendig sind, um die Karte wie ein Buch flüssig und präzise lesen zu können. Durch die VEREINFACHUNG (sog. Generalisierung) bleibt diese lesbar und sehr inhaltsreich. Die Vielzahl der darzustellenden Objekte wird dir durch Symbole, Klassifizierungen oder Druckart, Farben gezeigt. Ja nach Maßstab sind die Darstellungen größer (d.h. genauer erkennbar) oder kleiner (d. h. gröber). Alle Kartenwerke werden regelmäßig überarbeitet, angepasst und korrigiert. Nach max.10 Jahren ist eine Karte, insbesondere in der Nähe von wachsenden Städten, ausgeprägter Forst- und Landwirtschaft oder z.B. nach Naturereignissen oder Baugroßvorhaben vollkommen veraltet!

Die Nutzung der topographischen Karte ist vielfältig. Die einfachste und beste Grundlage für deine Tourenplanung ist die  richtige Wahl und die sichere Handhabung deiner Karte. Zum einen kannst du die Tour bereits zu Hause planen und recht genau vorbereiten. Durch die Vielzahl der Symbole und Darstellungen findest du bereits früh ein gutes Gefühl für die zu erwartenden Wege und Anforderungen, wie z.B. Strecke, Höhenmeter, Hindernisse, Wegführung, Steilheit Durch deine gute Kartenplanung stellen sich dir die Fragen frühzeitig und du kannst wichtige Informationen gezielt z.B. in Büchern und im Netz nachsehen.  Zuletzt überprüfst du deine Infos vor Ort und im Tourengebiet z.B. durch gezieltes Nachfragen. Unterwegs ist die Karte fast so gut wie ein spannendes Buch -und sie braucht nie Batterien!

Probleme bei der Kartennutzung sind häufig:

  • Aufgeweichte Karten
  • Falsche Karten/Veraltete Karten
  • Unkenntnis und zu wenig Übung
  • Hektik oder Panik
  • Karten werden ohne Hülle nass und zerfledern

Können und Wissen sind für dich ggf. lebensrettend, z.B. abseits aller Dörfer, aber gegebener Handyverbindung. Daher ist Orientierung beim Trekking eine spannende Daueraufgabe, die auch viel Spaß macht. Karten können nass werden – Folien, Laminieren oder Hüllen schützen sie aber sehr gut.

Das Gitter auf der Karte

In den meisten Karten Europas findest du ein Gitter eingezeichnet, dessen gleich lange Kanten je nach Maßstab 1 cm (i.d.R. 1:100.000), 2 cm (i.d.R. 1:50.000), 4 cm (i.d.R. 1:25.000) oder wie beim Kartenset des Naturparks 5 cm (1:20.000) betragen. Durch die gleiche Kantenlänge kannst du per Koordinatenbestimmung deine Position auf wenige Meter genau bestimmen. Manche Länder haben neben einem weltweit gültigen System (UTM/WGS 84) auch noch die älteren, eigenen Landesgitter, sowie fast alle Karten an den Bildecken die geographischen Daten nach Längen und Breitengraden (Latitude/ Longitude) eingezeichnet. Diese werden auch noch in der Luftfahrt/Nautik und  z.B. oft im Forstwesen und der Landvermessung verwendet. Für Wanderer empfiehlt sich im GPS die Einstellung bei Koordinatensystem: UTM und bei MapDatum: WGS 84. Alle relevanten geodätischen Infos findest du im Kartenrand. Das auf europäischen Karten auch sehr oft genannte System ETRS 89 entspricht dem WGS 84!

Wenn man diese beiden Einstellungen im GPS einstellt, bekommt man auch bei älteren Geräten ohne Kartenabbildung die exakte Position in Form einer Zifferngruppe angegeben. Diese lässt sich dann auf das Kartengitter übertragen.

Hinweis: Das Gitter ist nicht zu verwechseln mit dem geografischen Gradnetz, dessen Kanten im Rechteck abgebildet werden und in dem je ° (Grad) mit je 60‘ (Min) und je 60‘‘ (Sek) gerechnet wird, während im Gitter mit 10tel-Schitten im metrischen System gearbeitet wird.

Missweisung, Nadelabweichung und Meridiankonvergenz

Die Abweichungen zwischen den drei Nordrichtungen (Gitter-Nord, Geographisch-Nord, Magnetisch Nord), die auf der Karte eine Rolle spielen, sind derzeit bei uns im Lande so gering ausgeprägt, dass du diese bei kurzen Peilstrecken bis ca. 5° Abweichung  vernachlässigen kannst. Für Touren in anderen Regionen/Ländern musst du die sichere Bestimmung und Berechnung aber zwingend kennen und sicher anwenden können.

 

Karten geben Auskunft über:

  • Höhen- und Tiefenangaben
  • Richtungen vom Gewässerläufen
  • Dörfer, Weiler und Städte
  • Bewuchs und Waldarten
  • Einzelgebäuden und Anlagen
  • Technische Einrichtungen
  • Naturschutzgebiete, Waldgrenzen
  • Sperrgebiete und Industrieräume
  • Politische und Verwaltungsgrenzen
  • Campingplätze und Sporteinrichtungen
  • Stromleitungen, Kraftwerke und Stauanlagen
  • Wege, Pfade, Straßen, Bahnlinien
  • Historische und touristische Orte

Der Kompass

Der Kompass ist ein WINKELMESSER zur Bestimmung des KURSWINKELS in der Abweichung von Mag Nord. Seine KOMPASSNADEL richtet sich an den örtlichen laufenden MAGNETFELDLINIEN aus. Er gibt die Abweichung der Kursrichtung von der Nordrichtung als Winkel an. Es gibt stationär eingebaute oder bewegliche Kompasse, manuelle oder digitale, und solche  für die Süd- oder Nordhalbkugel, sowie Kombigeräte.

Heute ist die Kompassnadel extrem reibungsarm auf feinen Saphiren oder Rubinen gelagert. Der Kompass ist zur Dämpfung des Nadellaufes mit einer Flüssigkeit gefüllt. Er ist meist aus durchsichtigem, robustem Kunststoff gefertigt und bei guter Pflege hält er ein ganzes Leben lang.

 

 

Verwendung des Kompasses

  • Peilung eines Objektes
  • Festlegung des Kurswinkels (auch Azimuth, MKZ, Richtungszahl oder Marschzahl) in Karte und Gelände
  • Marsch/ Fahrt nach Kompass
  • Umgehung von Hindernissen
  • Ermitteln des Standortes durch „Rückwärts einschneiden oder seitwärts abschneiden“
  • Überprüfung der Ausrichtung von Geländestrukturen
  • Deckpeilung z.B. zur Überprüfung der Übereinstimmung von Wegverlauf in Karte und Natur
  • Bestimmen der Himmelsrichtungen über die Nordpeilung

 

Bedienungsfehler am Kompass

Manchmal führt ein kleiner Fehler zur deutlichen Ablenkung des Kompasses:

  • Elektro (magnetische) Teile lenken die Nadel ab (Deviation). Dazu zählen auch kleinste Geräte wie Uhren oder Handy, Messer, Werkzeug etc.
  • Durch Schräghalten des Kompasses schleift die Nadel am Boden (Inklination)
  • Die örtlichen Magnetfeldlinien stimmen nicht mit den Polen überein. Ein abweichender Kurs wird angezeigt (Deklination)

 

 

Kompassarten SPIEGELKOMPASS und LINEALKOMPASS (auch Plattenkompass) dienen denselben Zwecken, sind jedoch verschieden in der Anwendung und Genauigkeit. Ein geübter Nutzer ist auch mit dem Linealkompass in der Lage sehr exakt zu arbeiten. Der Spiegelkompass ist bei präziser Handhabung um ein vielfaches genauer und zuverlässiger, verlangt aber auch mehr Gründlichkeit in der Nutzung. Er wird z.B. im Rahmen von  Trekkingtouren, im Gebirge und für die Peilung weit entfernter Objekte verwendet.

Der sogenannte Linealkompass wird z.B. bei kurzen Peilstrecken und dem Bedarf weniger genauer Peilarbeit genutzt. Der Spiegelkompass, mit klappbarem Deckel und Peilhilfen ist für präzisere Peilarbeit geeignet.

 

Einteilung der Kompassrose

Die Kompassrose findest du in drei verschiedenen, auf manchen Kompassen doppelt beschrifteten Formen.

Grad:
Die meisten für den zivilen und Sportbereich konzipierten Kompasse haben eine Einteilung nach dem sog. (babylonischen) Vollkreis mit 360°.

Gon:
Im Vermessungswesen und im Bergbau kommt heute noch eine Einteilung mit 400° (veraltet auch als Neugrad bezeichnet) zum Einsatz

Strich (Mils)
Diese beim Militär übliche Einteilung zeigt auf dem Kompass eine Einteilung von 6000 Strich (Finnland, früherer Warschauer Pakt), 6200 (früher Schweden) oder 6400 Strich für Nato/Schweiz bis heute.

 

Peilen mit dem Kompass

Es gibt verschiedene grundlegende Tätigkeiten mit dem Kompass im Gelände und auf der Karte:

Im Gelände:

  • Peilen eines weiter entfernt sichtbaren Objektes und Feststellen des Kurswinkels.
  • Deckpeilung, um zu prüfen, ob der Peilwert auf der Karte (z.B. Verlauf des Weges) mit dem Verlauf im Gelände übereinstimmt
  • Kreuzpeilung durch zwei Peilungen im Gelände und Übertragen der Peilungen auf die Karte, um den Standort durch Ermitteln des Schnittpunktes festzustellen.
  • Seitwärts abschneiden heißt, eine Peilung eines Objektes im Gelände und Kreuzung der Peilung auf der Karte mit einer Linie, auf der man sicher erkannt steht (Waldkante, Höhenlinie, Weg, Flussufer, Dorfrand), um durch den Schnittpunkt den Standort festzustellen.
  • Gehen nach einer Kompasszahl in kurzen Sprüngen mit häufigen Zwischenpeilungen, um den Kurs zu halten., z.B. bei schlechter Sicht oder im Wald.
  • Umgehen eines Hindernisses im mehreren 90°-Wendungen.

Auf der Karte:

  • Antragen eines im Gelände ermittelten Kurswinkels.
  • Ermitteln eines Kurswinkels auf der Karte, um ihn dann ins Gelände zu übertrage
  • Zeichnerische Vorgänge mit Hilfe der Kompassanlegekanten.

Das GPS

Das faszinierende Gerät nimmt die Signale von im Orbit kreisenden Satelliten auf und wandelt diese in eine Ziffernkombination als Ortsangabe um. Je nachdem wie das Gerät eingestellt ist, zeigt es dir das Positionsformat an. Es ist ein passives Gerät, d.h. es sendet keine eigenen Signale aus. Neben den wichtigsten Grundfunktionen haben modernste Geräte eine Unzahl von weiteren Funktionen und sind auch daher auf regelmäßige Stromzufuhr angewiesen. Nur ältere Geräte können noch durch frische Batterien, statt durch USB-Abschlüsse nachgeladen werden.

Kartenwerke im GPS müssen regelmäßig neu aufgefrischt und aktualisiert werden, um sie dauerhaft verwendbar zu halten! In allen Geräten sind alle relevanten Infos, Bezüge und jede Menge Gittersysteme aus allen Ländern, sowie eine ebenso große Menge Map-Datums/ Bezugsellipsoide gespeichert. Diese müssen je nach Land richtig eingestellt werden. Sehr oft sind es UTM und WGS 84.

Bezugsellipsoid und Geoid

Das Rotationsellipsoid berücksichtigt die Abplattung der Erde an den Polkappen…sie ist nicht kugelrund! Das sog. Geoid berücksichtigt noch feiner die wahre Gestalt und ist die Bezugsgröße für die Höhenberechnung. Es gibt ca.100 Ellipsoide, die in den meisten modernen GPS Geräten eingespeichert sind.

Für die Tourenplanung hat es im Odenwald keine echte Bedeutung, kann aber hin und wieder hilfreich sein, bei Dunkelheit oder dichtem Nebel den Standort zu bestimmen. Wer eine Karte halbwegs lesen kann und unterwegs gut mitliest, braucht, um sich im Odenwald zurechtzufinden, kein GPS, noch nicht mal zwingend einen Kompass:

Ältere Geräte haben oft noch kein Kartendisplay und können dir so nur die exakte Positionsangabe zeigen, die du dann händisch in die Karte übertragen musst. Hierfür braucht es unabdingbar Grundlagenkenntnisse der Geodäsie zu Karten, Gitter, Koordinatenschreibweise etc.

Moderne Geräte zeigen dir in einem sich bewegenden Cursor den Lauffortschritt an. So wie du dich im Gelände bewegst, so bewegt sich der Cursor… was viel Strom braucht!

Bedienungsgrundlagen

  • Wenn das Gerät in den Grundangaben, wie z.B. Datum oder Uhrzeit falsch eingestellt ist, findet es die Satelliten nicht, die auf festen Bahnen um die Erde kreisen. Es kann sich dann nicht festlegen und zeigt nichts oder falsch an.
  • Je nachdem, welches Kartengitter du verwendest, um z.B. eine Position des GPS auf die Karte zu übertragen, musst du dieses auch unter „Koordinatensystem“ und „Map-Datum“ richtig im Gerät einstellen. Oft ist es UTM und WGS 84, oder ein lokales Gitter mit dem dazu gehörigen Map Datum/Bezugsellipsoid.
  • Wenn du mit dem Kompass und dem GPS arbeiten willst, musst du im GPS oft auch noch die Ausrichtung des Geräts nach „Nord“ statt „geographisch (true) und manchmal auch noch die Hemisphäre “Nord“ einstellen.
  • Wenn du einen hohen geschlossen und dichten Wald, eine geschlossene Raumdecke, eine Schlucht oder Häuserzeile direkt vor dir hast, ist für das Gerät der Horizont versperrt (Abschattung) und es kann dauern oder auch fehlschlagen, Satelliten aufzunehmen.
  • Gehst du in so schwieriges Gelände schalte dein Gerät vorher ein, um ihm einen sog. Warmstart zu ermöglichen. Sonst kann es passieren, dass du keine Satellitenortung bekommst!
  • Bist du mit deinem älteren Gerät weiter gereist, ist es hilfreich, das Gerät vor Ort mit einem Positionsnäherungswert durch Eingeben zu versorgen, um einen schnellen Start zu erreichen. Sonst kann es durchaus lange dauern, bis es die Satelliten aufnimmt (Kaltstart).

Kompass und GPS

  • Der Kompass ist vom GPS nicht abgelöst, sondern sinnvoll ergänzt worden.
  • Ohne das Grundverständnis von Karte und Kompass ist professionelle Navigation mit dem GPS nicht denkbar. Der Kompass ist stromunabhängig und verlangt die ständige Überprüfung der Situation durch Peilungen, sowie Exaktheit und Können. Das GPS ist bei korrekter Einstellung und Empfang leicht zu bedienen. Die vermeintliche Sicherheit mit dem GPS endet bei Stromausfall und bei fehlenden Orientierungskenntnissen mit Kompass und Karte als Basis der GPS-Nutzung.

Orientierung mit dem Handy?

  • Das Handy, das ggf. erheblich stromfressende Navigations-Apps hat, ist kein Ersatz für ein GPS oder /und Karte und Kompass! Es ist zuallererst mal ein Telefon, dessen besonderer Wert im Notfall erkennbar, als Navigationsgerät ist es nur bedingt geeignet.
  • Um für Notsituationen gewappnet zu sein, solltest du dein Handy nie ganz entladen, so dass du im Notfall noch einen Notruf absetzen kannst.

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